Sunday, August 1, 2010

Von Birke Resch

Thursday, October 9, 2008, 2:01
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Von Birke Resch

Eißendorf. Die 29 Schülerinnen und Schüler der Klasse 9b warten gebannt, als Mohammad Sani das Thermometer in das Wasserglas hält: 55 Grad Celsius – und das bei teilweise bewölktem Himmel. Das Projekt der nutzbaren Solarenergie ist ein voller Erfolg geworden. Seit vergangenem Mittwoch hat die neunte Klasse der Realschule Ehestorfer Weg Holzrahmen zusammengebaut, Blech schwarz gestrichen und Altkleider als Wärmedämmung verarbeitet. Gestern konnten die Schülerinnen und Schüler schließlich die Sonnenkollektoren aus Recycling-Material auf dem Schulhof präsentieren – und sie funktionieren! Mittags erreicht das Wasser, das mit einem einfachen Gartenschlauch durch die Solarkollektoren geführt wird, eine Temperatur von bis zu 130 Grad. Das Prinzip der Energienutzung ist einfach: Die Sonneneinstrahlung erwärmt sogenannte Absorber, hier schwarz gestricheneBleche, die sich in Holzkästen mit großen Glasplatten befinden. Wie in einem Treibhaus erwärmt sich die Luft innerhalb der Kästen und gibt diese Wärme an einen Wärmeleiter ab – indiesem Fall Wasser in einem Gartenschlauch. Die Klasse 9b verwendete zum großen Teil kostenlose Materialien, das Holz für die Kästen spendete die Tischlerei von ThomasDrewes. Initiiert wurde das Schulprojekt von UmweltingenieurMohammad Sani, der seinen Workshop für erneuerbare Energie weltweit für Kinder anbietet. Er erhofft sich eine Kettenreaktion, in der jede Schulklasse, die an dem Projekt teilnehmendurfte, ihr Wissen und ihre Begeisterung an andere Schulen, Eltern und Bekannte weitergibt und so ein neues Umweltbewusstsein schafft. Und auch den Schülerinnen und Schülern der 9bmacht das Projekt Spaß. „Wir können endlich mal etwas Praktisches machen“, sagt Vanessa Thermer, während sie die Temperaturwerte des Wassers notiert. Das Projekt wäre jedoch nicht möglich gewesen ohne die engagierte und tatkräftige Unterstützung von Karl-Heinrich Waldow, Leiter der Holzwerkstatt, und Kerstin Gleine, die das Projekt im Rahmen ihres Physikunterrichts durchführte. „Die Schüler lernen hier fächerübergreifend und praktisch“, so die Lehrerin für Physik, Biologie und Spanisch. „Das ist erlebtes Lernen.“ Die Schule Ehestorfer Weg will auch weiterhin als gutes Beispiel in Sachen Umweltfragen vorangehen. Schulleiter Wolfgang Meyer möchte noch vor Ende des Jahres Solarzellen auf dem Dachdes Hauptgebäudes installieren lassen. Außerdem sind weitere Projekte mit Mohammad Sani geplant, wie zum Beispiel der Bau eines Solarkochers. Die Schülerinnen und Schüler amEhestorferWeg sind schon jetzt Feuer und Flamme.

Laria-Kristin Dissars, Steffen Fuchs, Patryk Libera undMichael Obeng (von
links) erklären an Schautafeln, wie die selbstgebauten Sonnenkollektoren
funktionieren. Foto: pbik

Mohammad Sani: Unermüdlicher Kämpfer für den Umweltschutz

Unermüdlich reist er umdie Welt – imNamen des Friedens, im Namen des Umweltschutzes, im Namen der Menschheit. Mohammad Sani ist seit neun Jahren für die selbstgegründete Umweltorganisation „World Renewable Energy Network“ (WREN) unterwegs und bringt Kindern aller Altersklassen bei, wie die Sonnenenergie einfach und effektiv genutzt werden kann. Der 70-Jährige, der seiner Berufung ehrenamtlich folgt, betreute schon Projekte in Dänemark, Afghanistan,GranCanaria und Texas. Selbst Fünfjährigen im Kindergarten kann er das Prinzip der Sonnenkollektoren erklären. „Wir wollen die Menschen motivieren, die Solarenergie zu nutzen“, so der aus dem Iran stammende Wissenschaftler. „Aber das geht nur über die Kinder, denn die haben nochZeit und sind offen für Neues.“ Nach eigener Aussage konnte Mohammad Sani inzwischen bis zu zwei Millionen Menschen weltweit – Kinder, Lehrer, Bekannte – mit seinenIdeenbegeistern. „Wirdürfen uns nicht zumOpfer derÖlund Gasindustrie machen“, so Sani. Das Projekt an der Schule Ehestorfer Weg bezeichnet er als „erstes Trainingscenter in Europa“ zur Nutzung erneuerbarer Energie – und erhofft sich von der neuen Generation, der er seine Ideen nahe bringen kann, ein verantwortungsvolleres Umweltbewusstsein. (pbik)

Mohammad Sani bringt Kindern bei, wie Solarenergie genutzt wird. Foto: pbik

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